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Sigmar Gabriel ist von seiner Iranreise zurück in Berlin und mit ihm die Frage, wen die SPD gegen Angela Merkel ins Rennen schickt. In der Partei gibt es im Moment niemanden, der Gabriel die Kanzlerkandidatur ernsthaft streitig machen würde, und dennoch zögert der SPD-Chef. Er will nicht zupacken, sondern gebeten werden. Ganz ähnlich verhält es sich mit Frank-Walter Steinmeier. Der Außenminister würde gerne Bundespräsident werden, aber nur, wenn er ganz sicher ist, dass er auch von Merkels CDU gewählt wird. Dabei stünden seine Chancen nicht schlecht, wenn er sich auf das Abenteuer eines dritten Wahlgangs in der Bundesversammlung einließe. Die SPD war mal eine Partei, die die Verhältnisse umstürzen wollte. Im Moment gleicht sie eher dem deutschen Beamtenbund.
Newsletter Spiegel.online vom 05.10.2016
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